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Der Bardino
(auch Bardino auténtico, Bardino Majorero, Perro de Majorero, Perro de Ganado, Verdino und Majorero Canario genannt)



Mit einem Urlaub auf den Kanaren verbindet man nicht nur Sonne, den ständig wehenden Passatwind, das glasklare Wasser, Palmen, Aloe Vera-Pflanzen und das gute Essen, sondern auch die schwarz-gestromten Hunde, welche man vor den Häusern der Majoreros und bei den Ziegenbauern sieht.

Der Bardino ist die mit der Insel Fuerteventura am engsten verbundene Hundrasse. Bardino ist mittlerweile ein Oberbegriff für die gestromten Hunde von den Kanaren. Man spricht von drei verschiedenen Bardinos: Vom Bardino des Urtyps, dem „Bardino auténtico“, vom „Bardino heute“ und vom Bardino-Mischling. Der Bardino wird auch „Perro de Majorero“ genannt (Majorero: Einwohner auf Fuerteventura), was so viel bedeutet wie „Hund der Einheimischen“. Auch die Bezeichnung „Perro de Ganado“ bedeutet nichts anderes als „Vieh-Hütehund“ (Perro: Hund, ganado: Viehzucht). Ein „Perro de Ganado Majorero“ ist somit ein „Vieh-Hütehund auf Fuerteventura“, d.h. im Ursinn ein Ziegen-Hütehund. Auch hier ist der Bardino gemeint und keine eigenständige Rasse.

Der Bardino wird auf den gesamten Kanaren, meist jedoch auf Fuerteventura und Lanzarote, als Hüte- und Wachhund eingesetzt. Er hat mittlerweile auch seinen Einsatz als Familien- und Begleithund. Der Bardino wird häufig auch als „Verdino“ bezeichnet, dies aufgrund der oft grünlichen Fellfärbung (verde = grün). Wer einmal einen Bardino in der Sonne liegen sah - und das Fell des Bardino auténtico schimmert bei einem bestimmten Sonnenlichteinfall wirklich grün - wird diesen Anblick nie vergessen.  Die Hündinnen nennt man Bardina, den Rüden Bardino. Beide werden jedoch als BARDINO bezeichnet.  Oft haben Bardinos bernsteinfarbene oder dunkelbraune Augen.

Der Bardino ist ein intelligenter Hund mit glattem und kurzhaarigem Fell.
Die Widerristhöhe (Schulterhöhe) des Bardino auténtico liegt zwischen 55 und 63 cm bei einem Gewicht zwischen 25 und 45 kg.

Das weibliche Tier, die Bardina, sollte eine Widerristhöhe zwischen 55 und 61 cm und ein Gewicht von 25 - 35 kg haben.

Das männliche Tier, der Bardino, sollte eine Widerristhöhe zwischen 57 cm und 63 cm und ein Gewicht von 30 - 45 kg haben.

Der Bardinorüde und die Bardina haben bei der Schulterhöhe einen Toleranzspielraum von 2 cm.

Der Bardino ist ein vorzüglicher Hütehund, ohne dem Vieh Schaden zuzufügen, und wird deshalb auf allen Inseln der Kanaren sehr geschätzt. Besonders verbreitet ist er auf Fuerteventura, wo er wohl auch seinen Ursprung hat. Ein Bardino in guter Verfassung ist ein stolzes, kraftstrotzendes und gut bemuskeltes Tier mit all den Eigenschaften eines Hundes, der den Menschen über mehrere Jahrhunderte in der Landwirtschaft geholfen hat: Bei guten Bekannten ist er freundlich und anhänglich, aber er verteidigt sich selbst, seine Familie, sein Rudel und sein Revier und ist als Hütehund Fremden gegenüber eher misstrauisch. Der Bardino ist in der Regel sehr verträglich mit Artgenossen und auch anderen Haustieren, z.B. Katzen gegenüber sehr aufgeschlossen und freundlich eingestellt (wenn die Tiere aneinander gewöhnt sind). Auch gilt der Bardino als kinderlieber Hund. Der Bardino ist anpassungsfähig, eher ruhig und ausgeglichen. Auch als Junghund ist er in der Regel kein Temperamentsbündel, das ständig beschäftigt werden will.

Kein anderer Hund hat eine Stromung wie ein Bardino! Die Bardino-Stromung ist einzigartig. Die typische Bardino-Stromung sieht aus, als habe man versucht, einem tiefschwarzen Hund mit einem Pinsel ganz zarte beige, manchmal leicht ins Graue übergehende Streifen aufzutragen. Viele Bardinos haben etwas Weiß an der Brustpartie. Beim Bardino auténtico findet man doppelte Wolfskrallen und doppelte Ballen an den Sprunggelenken. Diese doppelten Wolfskrallen werden „los dos cunjas“ genannt. Bei einem gemäßigtem Lauftempo des Hundes berühren sie sich leicht. Die Rute des Bardinos ist kürzer und wird meist stolz aufrecht getragen.

Der Bardino ist kein Hund für Hundeanfänger: Es handelt sich hier um eine uralte Rasse, die sehr stolz und willensstark ist - man könnte fast von Sturheit reden. Doch wenn man die Liebe eines Bardinos gewonnen hat, hat man einen Freund fürs Leben. Ein Bardino würde alles für seinen geliebten Menschen tun. Ein Bardino sollte - wie alle Hunde - konsequent und liebevoll ausgebildet und erzogen werden. Eine Führungsschwäche wird Ihnen ein Bardino nicht so schnell verzeihen. Trotz allem: Der Bardino ist eine der faszinierendsten Hunderassen der Kanaren. Wer einmal einen Bardino hatte, wird sich immer wieder für einen Bardino entscheiden.

Für mich ist der Bardino „der“ Hund schlechthin und ich schließe mich dem Schriftsteller und Historiker José de Viera y Clavijo an, der die Bardinos wohl am treffendsten beschrieb:   „... abgesehen von seiner grazilen Gestalt, seiner Lebhaftigkeit, seinem Mut und seiner Schnelligkeit, besitzt er jenes feine und seltene Gefühl, das es ihm gestattet, mit dem Menschen in Beziehung zu treten. Der Bardino versteht die Würde des Menschen, kämpft für dessen Sicherheit, gehorcht und hilft ihm, verteidigt ihn und liebt ihn ... und weiß genau, wie er sich die Liebe seines Besitzers erwerben kann.“ 

Ausführliche Informationen über diese faszinierende Rasse finden Sie auf www.bardino.de oder www.Bardino-in-Not.de

Autor: Anja Griesand

 

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