Giardien und Kokzidien

Giardiasis und Kokzidiosen sind Durchfallerkrankungen, die durch einzellige Parasiten hervorgerufen werden. Der Erreger der Giardiasis ist Giardia canis. Kokzidiosen werden durch verschiedene Gattungen hervorgerufen, zu der wichtigsten Gattung beim Hund zählen die Isospora.

Die Erreger kommen weltweit vor, allerdings sind vor allem Giardia in südlichen Regionen häufiger anzutreffen als in unseren Gefilden. Die Parasiten kommen nicht nur bei Tieren vor - gerade die verschiedenen Kokzidiengattungen haben ein sehr breites Wirtsspektrum (Hund, Katze, Kaninchen, Meerschweinchen, Wiederkäuer, Vögel, Reptilien, etc.) - sondern sie können auch den Menschen befallen.

Kokzidien sind im Gegensatz zu den Giardien allerdings artspezifisch, d.h. dass beispielsweise von einer Kokzidiose des Hundes keine Gefahr für den Menschen ausgeht. Dies konnte zwar bei der Giardiasis auch nicht experimentell nachgewiesen werden, trotzdem dürfen Hunde als potentielle Ansteckungsquelle vor allem für Kinder nicht sicher ausgeschlossen werden.

Hygienisches Verhalten ist daher äußerst wichtig. Bei den Erkrankungen handelt es sich um Faktorenkrankheiten, d.h. dass eine Schwächung des Hundes vorangegangen sein muss, meist durch Krankheit, fehlerhafte Fütterung (zu schneller Futterwechsel, zu heißes oder zu kaltes Futter, stark gewürzte Speisereste, um nur einige zu nennen) oder schlechte Haltung. Allerdings kann auch Stress (z.B. Angst, Aufregung, Transport, Hitze, etc.) die Immunabwehr mindern und somit Auslöser der Erkrankung sein.

Entscheidend ist, dass bei jeder Darmstörung, gleich welcher Ursache (infektiös oder nicht infektiös), zu einem bestimmten Zeitpunkt eine pH-Verschiebung im Darm auftritt, die zu einer Milieuveränderung führt. Besonders betroffen sind Jungtiere und geschwächte Tiere.

Die Hunde infizieren sich zum einen durch andere Tiere, die den Erreger über den Kot ausscheiden, zum anderen (im Falle der Kokzidien) durch Fressen infizierter Nagetiere oder durch Verzehren von rohem Fleisch. Die mit dem Kot ausgeschiedenen Parasiten können an Pflanzen und anderen Gegenständen hängen bleiben und so wieder von einem Hund oral aufgenommen werden. Die Erreger vermehren sich unter entsprechender Vorschädigung massiv im Darm, wobei die Giardien sich an der Darmschleimhaut festsaugen und die Kokzidien in die Darmschleimhaut eindringen, um sich dort zu vermehren. Dies führt zu einer Schädigung der Darmschleimhaut, da es so zu einer vermehrten Abschuppung der Zellen kommt, was wiederum zu einer Rückbildung der Darmzotten führt. Und so kann der Hundedarm schlechter Nährstoffe aufnehmen.

Die betroffenen Hunde zeigen einen akuten oder immer wiederkehrenden, therapieresistenten (im Falle der Giardiasis) Durchfall. Die Kotbeschaffenheit variiert von wässrig-schleimig, selten mit Blutbeimengungen bis zu hell pastös oder schaumig infolge Fettausscheidung (Giardiasis).

Die meisten Tiere sind munter und haben einen völlig normalen Appetit (Giardiasis). In seltenen Fällen kann es auch zu Erbrechen kommen. Bei einem chronischen Befall zeigen die Tiere Abmagerung, Austrocknung, trockenes struppiges Fell und es kann zu einem Wachstumsstillstand bei Jungtieren kommen. Todesfälle sind aber auch bei Welpen äußerst selten. In den meisten Fällen verläuft der Befall jedoch ohne Symptome.

Die Giardien sowie die Kokzidien können vom Tierarzt im Kot festgestellt werden. Bei den meisten Individuen verschwinden die Erreger nach kurzer Zeit von selbst wieder. Es gibt jedoch verschiedentlich Patienten, welche diese Parasiten nicht zu eliminieren vermögen.

Werden nun Giardien im Kot nachgewiesen, so ist eine dreitägige Behandlung mit Fenbendazol (Panacurâ) 50 mg/kg angezeigt. Alternativ dazu kann auch Metronidazol eingesetzt werden. Albendazol ist ebenfalls gut wirksam, aber wegen seiner Nebenwirkungen, insbesondere bei trächtigen Hündinnen, nicht zu empfehlen.

Im Falle einer Kokzidieninfektion erfolgt eine Behandlung mit Sulfonamiden oder Sulfonamid-Trimethoprim-Kombinationen am besten in 2 Kuren über jeweils 5 bis 6 Tage mit einer Pause von 6 Tagen dazwischen. Damit sich die Krankheit nicht verschlimmert, sollte das Tier mindestens einen Tag nichts fressen. Denn nur so können sich die Schleimhäute ungestört regenerieren.

Bei anhaltendem Flüssigkeitsverlust ist es ratsam, dem Hund spezielle Elektrolytlösungen anzubieten. Wenn diese vom Hund strikt abgelehnt werden, sollte jederzeit ausreichend frisches Wasser zur Verfügung stehen. Besteht dieser Zustand schon eine längere Zeit sollte der Flüssigkeitshaushalt Ihres Tieres überprüft werden, um ein Austrocknen zu verhindern. Gegebenenfalls ist dann eine Infusion erforderlich.
 

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