Mittelmeerkrankheiten

Immer wieder wird über das Thema „Mittelmeerkrankheiten“ berichtet, diskutiert und vermehrt darauf hingewiesen, man könne einen seriösen Verein daran erkennen, ob dieser Tests auf Mittelmeerkrankheiten durchführt oder nicht; speziell wird immer wieder die Krankheit Leishmaniose erwähnt.

Wir möchten Sie anhand einer Studie darüber informieren, wie hoch die Gefahr einer Infektion auf den Kanaren ist, und welche Vorsichtsmaßnahmen wir speziell auf Fuerteventura ergreifen und anwenden, und trotz nicht pauschal durchgeführter Tests, seriös und verantwortungsbewußt handeln.

Sicherlich trifft es gerade auf Länder und Inseln im Mittelmeer-Raum zu, dass dort vermehrt und besonders häufig diese Krankheiten auftreten und wir stimmen voll und ganz zu, dass gerade Tiere aus diesen Gebieten nicht ungetestet ausgeflogen und in ein neues Zuhause vermittelt werden sollten. Die Notwendigkeit eines Tests ist hier ganz klar gegeben und überhaupt nicht diskussionsbedürftig (wenngleich die Tests nicht 100 Prozent sicher sind und unter Berücksichtigung, dass das Tier noch zwischen dem Test und der Ausreise infiziert werden könnte).

Fuerteventura gehört zu den Kanarischen Inseln und diese liegen im Atlantik! Natürlich gibt es auf den Kanaren auch Mücken und Zecken. Diese sind die Überträger der sogenannten Mittelmeerkrankheiten, aber nicht jede Mücken- oder Zeckenart trägt diese Erreger in sich und infiziert andere Lebewesen damit! Auf den Kanaren kommt die Leishmaniose-Erkrankung nur in ganz minimaler Form vor (2 Hunde von 700! = 0,3 Prozent).

Wir haben in den Anfangsjahren Tests durchführen lassen, obwohl dies damals schon sehr aufwendig und kostenintensiv war.  Aufgrund der vielen Negativ-Tests und der hohen Kosten führen wir die Tests nur noch auf ausdrücklichen Wunsch der Interessenten durch, die sich bereits für einen Hund entschieden haben und natürlich bei Tieren, die Symptome einer Erkrankung zeigen.

Bei unseren Vermittlungsgesprächen wird das Thema Mittelmeerkrankheiten nicht verschwiegen, im Gegenteil! Schon beim Erstgespräch am Telefon weisen wir darauf hin, zusätzlich auch noch einmal bei der Vorkontrolle. Wir raten jedem neuen Besitzer, nach einer kurzen Eingewöhnungsphase den Tierarzt zu einer allgemeinen Untersuchung aufzusuchen und nach 3-6 Monaten in Deutschland einen Bluttest auf Mittelmeerkrankheiten durchführen zu lassen, da die Inkubationszeit gerade bei der Leishmaniose mindestens drei Monate beträgt.

Natürlich können wir auf Wunsch des Interessenten, der sich für ein Tier entschieden hat, einen Test bereits im Vorfeld machen lassen. Die zusätzlichen Kosten von rund 50 EUR werden dann im Fall einer Negativ-Testung von dem neuen Besitzer getragen. Sollte der Test ein positives Ergebnis bringen, wird die ganze Vermittlung neu überdacht und die Kosten selbstverständlich von uns getragen. Da die Tests nicht zu 100 Prozent zuverlässig sind, übernehmen wir hierfür verständlicherweise - wie andere Vereine auch - keine Gewähr.

Desweiteren könnte es theoretisch möglich sein, dass das Tier kurz vor dem Test infiziert wurde, es im Blut aber noch nicht ersichtlich ist oder zwischen dem Test und der Ausreise noch infiziert wird. Daher ist es wesentlich sinnvoller und bietet weitaus mehr Sicherheit, das Tier in Deutschland testen zu lassen, allerdings erst nach einigen Monaten. Selbst bei einer Negativ-Testung im Ausland sollte der Test in Deutschland nach 3-6 Monaten wiederholt werden, ganz gleich, woher Sie Ihr Tier haben!

Gesundheit und Tierschutz haben höchste Priorität! Sowohl auf Fuerteventura als auch hier in Deutschland vermitteln wir die Hunde ausschließlich komplett durchgeimpft, entwurmt, gechipt und ab einem gewissen Alter ausnahmslos kastriert. Viele Tierschutzvereine aus dem Mittelmeer-Raum lassen zwar grundsätzlich den Mittelmeercheck durchführen, vermitteln jedoch dann ihre Tiere aus Kostengründen unkastriert. Vielfach sind diese Tiere auch nicht durchgeimpft, sondern haben nur die für die Einreise nach Deutschland vorgeschriebene Tollwutschutz-Imfpung.

Kaum ein Auslands-Tierschutzverein kann sich bei einer Vermittlungsgebühr/Spende von durchschnittlich ca. 250 EUR leisten, grundsätzlich jedes Tier kastriert, voll durchgeimpft und getestet zu vermitteln, da die Tiere meist in einem erbarmungslos schlechten Zustand in die Obhut der Tierschützer gelangen und hier schon im Vorfeld pflege- und kostenintensive Behandlungen notwendig sind.

Wie schützen wir unsere Tiere vor den unangenehmen Parasiten, ganz gleich ob Krankheitsüberträger oder nicht? Einige Tierschutzvereine verwenden zur Prophylaxe das Scalibor-Halsband der Firma Intervet, dessen Hauptbestandteil der Wirkstoff Deltamethrin ist. Für uns, deren Hunde im Rudel leben, absolut unvorstellbar, denn die Gefahr der Strangulation ist viel zu hoch, gerade bei den Junghunden, die sehr viel miteinander spielen. Ebenso könnten sich die Hunde die Halsbänder gegenseitig anknabbern und Teile davon verschlucken.

Deshalb schützen wir unsere Hunde vor Zecken, Stechmücken und Fliegen durch Lokalbehandlung jedes einzelnen Tieres und Besprühen der Gehege und Schlafplätze. Hierbei wird ein Mittel der Firma InterHygiene verwendet, dass den gleichen Wirkstoff (Deltamethrin) enthält wie das Scalibor-Halsband.

 

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