Der Bardino

  Hüter Fuer­te­ven­tur­as

Herkunft und Entwicklung

Der Bar­di­no ist die mit der Insel Fuer­te­ven­tura am engs­ten ver­bun­de­ne Hundras­se. Bar­di­no ist mitt­ler­wei­le ein Ober­be­griff für die gestrom­ten Hun­de von den Kana­ren.

Man spricht von drei ver­schie­de­nen Bar­di­nos: Vom Bar­di­no des Urtyps, dem „Bar­di­no autén­ti­co“, vom „Bar­di­no heu­te“ und vom Bar­di­no-Misch­ling.

Der Bar­di­no wird auch „Per­ro de Majo­re­ro“ genannt (Majo­re­ro: Ein­woh­ner auf Fuer­te­ven­tura), was so viel bedeu­tet wie „Hund der Ein­hei­mi­schen“. Auch die Bezeich­nung „Per­ro de Gana­do“ bedeu­tet nichts ande­res als „Vieh-Hüte­hund“ (Per­ro: Hund, gana­do: Vieh­zucht). Ein „Per­ro de Gana­do Majo­re­ro“ ist somit ein „Vieh-Hüte­hund auf Fuer­te­ven­tura“, d.h. im Ursinn ein Zie­gen-Hüte­hund. Auch hier ist der Bar­di­no gemeint und kei­ne eigen­stän­di­ge Ras­se.

Der Bar­di­no wird auf den gesam­ten Kana­ren, meist jedoch auf Fuer­te­ven­tura und Lan­za­ro­te, als Hüte- und Wach­hund ein­ge­setzt. Er hat mitt­ler­wei­le auch sei­nen Ein­satz als Fami­li­en- und Begleit­hund. Der Bar­di­no wird häu­fig auch als „Ver­di­no“ bezeich­net, dies auf­grund der oft grün­li­chen Fell­fär­bung (ver­de = grün). Wer ein­mal einen Bar­di­no in der Son­ne lie­gen sah – und das Fell des Bar­di­no autén­ti­co schim­mert bei einem bestimm­ten Son­nen­licht­ein­fall wirk­lich grün – wird die­sen Anblick nie ver­ges­sen.  Die Hün­din­nen nennt man Bar­di­na, den Rüden Bar­di­no. Bei­de wer­den jedoch als BARDINO bezeich­net.  Oft haben Bar­di­nos bern­stein­far­be­ne oder dun­kel­brau­ne Augen.

Nutzung und rassetypische Veranlagung

Der Bar­di­no ist ein vor­züg­li­cher Hüte­hund, ohne dem Vieh Scha­den zuzu­fü­gen, und wird des­halb auf allen Inseln der Kana­ren sehr geschätzt. Beson­ders ver­brei­tet ist er auf Fuer­te­ven­tura, wo er wohl auch sei­nen Ursprung hat. Ein Bar­di­no in guter Ver­fas­sung ist ein stol­zes, kraft­strot­zen­des und gut bemus­kel­tes Tier mit all den Eigen­schaf­ten eines Hun­des, der den Men­schen über meh­re­re Jahr­hun­der­te in der Land­wirt­schaft gehol­fen hat: Bei guten Bekann­ten ist er freund­lich und anhäng­lich, aber er ver­tei­digt sich selbst, sei­ne Fami­lie, sein Rudel und sein Revier und ist als Hüte­hund Frem­den gegen­über eher miss­trau­isch. Der Bar­di­no ist in der Regel sehr ver­träg­lich mit Art­ge­nos­sen und auch ande­ren Haus­tie­ren, z.B. Kat­zen gegen­über sehr auf­ge­schlos­sen und freund­lich ein­ge­stellt (wenn die Tie­re anein­an­der gewöhnt sind). Auch gilt der Bar­di­no als kin­der­lie­ber Hund. Der Bar­di­no ist anpas­sungs­fä­hig, eher ruhig und aus­ge­gli­chen. Auch als Jung­hund ist er in der Regel kein Tem­pe­ra­ments­bün­del, das stän­dig beschäf­tigt wer­den will.

Der Bar­di­no ist ein intel­li­gen­ter Hund mit glat­tem und kurz­haa­ri­gem Fell. Die Wider­rist­hö­he (Schul­ter­hö­he) des Bar­di­no autén­ti­co liegt zwi­schen 55 und 63 cm bei einem Gewicht zwi­schen 25 und 45 kg.

Das weib­li­che Tier, die Bar­di­na, soll­te eine Wider­rist­hö­he zwi­schen 55 und 61 cm und ein Gewicht von 25 – 35 kg haben.

Das männ­li­che Tier, der Bar­di­no, soll­te eine Wider­rist­hö­he zwi­schen 57 cm und 63 cm und ein Gewicht von 30 – 45 kg haben.

Der Bar­di­norü­de und die Bar­di­na haben bei der Schul­ter­hö­he einen Tole­ranz­spiel­raum von 2 cm.

Für wen ist ein Bardino der richtige Begleiter?

Die Bar­di­no-Stro­mung ist ein­zig­ar­tig. Die typi­sche Bar­di­no-Stro­mung sieht aus, als habe man ver­sucht, einem tief­schwar­zen Hund mit einem Pin­sel ganz zar­te beige, manch­mal leicht ins Graue über­ge­hen­de Strei­fen auf­zu­tra­gen. Vie­le Bar­di­nos haben etwas Weiß an der Brust­par­tie. Beim Bar­di­no autén­ti­co fin­det man dop­pel­te Wolfs­kral­len und dop­pel­te Bal­len an den Sprung­ge­len­ken. Bei einem gemä­ßig­tem Lauf­tem­po des Hun­des berüh­ren sie sich leicht. Die Rute des Bar­di­nos ist kür­zer und wird meist stolz auf­recht getra­gen.

Der Bar­di­no ist kein Hund für Hun­de­an­fän­ger: Es han­delt sich hier um eine uralte Ras­se, die sehr stolz und wil­lens­stark ist – man könn­te fast von Stur­heit reden. Doch wenn man die Lie­be eines Bar­di­nos gewon­nen hat, hat man einen Freund fürs Leben. Ein Bar­di­no wür­de alles für sei­nen gelieb­ten Men­schen tun. Ein Bar­di­no soll­te – wie alle Hun­de – kon­se­quent und lie­be­voll aus­ge­bil­det und erzo­gen wer­den. Eine Füh­rungs­schwä­che wird Ihnen ein Bar­di­no nicht so schnell ver­zei­hen. Trotz allem: Der Bar­di­no ist eine der fas­zi­nie­rends­ten Hun­de­ras­sen der Kana­ren. Wer ein­mal einen Bar­di­no hat­te, wird sich immer wie­der für einen Bar­di­no ent­schei­den.