Der Podenco

Der gra­zi­le Jäger

Herkunft und Entwicklung

Zu den soge­nann­ten Urhun­den zäh­lend, gehört der Poden­co Cana­rio zu den ältes­ten bekann­ten Hun­de­ty­pen. Sein Ursprung wird im Mit­tel­meer­raum ver­mu­tet, mit mög­li­chen Wur­zeln im alten Ägyp­ten. Die enge Ver­wandt­schaft zu ande­ren medi­ter­ra­nen Wind­hund­ras­sen wie dem Pha­rao­nen­hund oder dem Cirne­co dell’Etna ist gut erkenn­bar.

Auf den Kana­ri­schen Inseln – ins­be­son­de­re auf Fuer­te­ven­tura – wur­de der Poden­co Cana­rio über Gene­ra­tio­nen hin­weg gezielt für die Jagd gezüch­tet. Die dor­ti­gen kli­ma­ti­schen Bedin­gun­gen und das anspruchs­vol­le Gelän­de haben einen aus­dau­ern­den, robus­ten und anpas­sungs­fä­hi­gen Hund her­vor­ge­bracht. Vie­le der heu­te im Tier­schutz befind­li­chen Poden­cos stam­men aus der Jagd oder aus unkon­trol­lier­ter Ver­meh­rung, sodass ihre indi­vi­du­el­le Vor­ge­schich­te oft nicht bekannt ist.

Nutzung und rassetypische Veranlagung

Tra­di­tio­nell wird der Poden­co Cana­rio zur Kanin­chen­jagd ein­ge­setzt. Dabei arbei­tet er meist in der Meu­te und nutzt sei­ne aus­ge­zeich­net ent­wi­ckel­ten Sin­ne – ins­be­son­de­re Gehör, Geruchs­sinn und Seh­ver­mö­gen. Die­se jagd­li­che Prä­gung zeigt sich bis heu­te in einem aus­ge­präg­ten Jagd­trieb, der bei der Hal­tung unbe­dingt berück­sich­tigt wer­den muss. Eine voll­stän­di­ge Unter­drü­ckung die­ses Trie­bes ist weder rea­lis­tisch noch mit tier­schutz­ge­rech­ter Hal­tung ver­ein­bar.

Im All­tag zeigt sich der Poden­co Cana­rio als sen­si­bler, intel­li­gen­ter und sehr eigen­stän­di­ger Hund. Er lernt schnell, hin­ter­fragt jedoch Hand­lun­gen und reagiert wenig auf auto­ri­tä­re Erzie­hungs­me­tho­den. Statt­des­sen benö­tigt er eine ruhi­ge, kon­se­quen­te und fai­re Füh­rung. 

Im Sozi­al­ver­hal­ten gegen­über Art­ge­nos­sen ist der Poden­co in der Regel ver­träg­lich und sozi­al. Vie­le Tie­re füh­len sich im Mehr­hun­de­haus­halt beson­ders wohl. Im häus­li­chen Umfeld sind Poden­cos meist ruhig, auf­merk­sam und unauf­fäl­lig. Sie bevor­zu­gen erhöh­te Lie­ge­plät­ze und suchen Nähe zu ihren Bezugs­per­so­nen, jedoch häu­fig zu selbst gewähl­ten Zeit­punk­ten.

Durch die teil­wei­se unkon­trol­lier­te Ver­meh­rung auf den Kana­ri­schen Inseln zeigt der Poden­co Cana­rio eine gro­ße Viel­falt in Grö­ße und Erschei­nung. Die Schul­ter­hö­he liegt etwa zwi­schen 50 und 70 cm, das Gewicht zwi­schen 15 und 27 kg. Es gibt kurz­haa­ri­ge und rau­haa­ri­ge Vari­an­ten in ver­schie­de­nen Weiß- und Braun­tö­nen. Cha­rak­te­ris­tisch sind der schlan­ke, mus­ku­lö­se Kör­per­bau sowie die gro­ßen, auf­recht ste­hen­den Ohren.

Da das Fell meist kurz ist und oft kaum Unter­wol­le vor­han­den ist, reagie­ren vie­le Poden­cos emp­find­lich auf Käl­te. Beson­ders in den Win­ter­mo­na­ten in Mit­tel­eu­ro­pa ist zusätz­li­cher Schutz sinn­voll.

 

Für wen ist ein Podenco der richtige Begleiter?

Geeig­net ist der Poden­co Cana­rio vor allem für Men­schen, die Geduld mit­brin­gen, Hun­de gut lesen kön­nen und bereit sind, sich auf ras­se­ty­pi­sche Beson­der­hei­ten ein­zu­las­sen. Struk­tur, Kon­se­quenz und Ver­läss­lich­keit spie­len in der Erzie­hung eine zen­tra­le Rol­le.

Auf­grund des aus­ge­präg­ten Jagd­ver­hal­tens ist beson­de­re Vor­sicht im Frei­lauf erfor­der­lich. Eine siche­re Umge­bung, geeig­ne­te Siche­rung und sinn­vol­le Beschäf­ti­gung sind wich­tig. Die Hal­tung gemein­sam mit Klein­tie­ren soll­te sehr sorg­fäl­tig geprüft wer­den, da Flucht­ver­hal­ten den Jagd­trieb aus­lö­sen kann.