Erziehung



Klicken zum VergrößernGrundsätzlich ist die Überlegung, eine Hundeschule zu besuchen, immer empfehlenswert. Und zwar nicht nur für Anfänger in Sachen Hundeerfahrung – tatsächlich gibt es nämlich kaum einen Hund, der keinen Spaß an den diversen Aktivitäten hat, die in den Hundeschulen heutzutage angeboten werden. Im Gegenteil: Man sollte immer bedenken, dass Hunde äußerst selten kleine (oder große) Faulpelze sind. So mancher nervöse, unausgeglichene Hund, der Herrchen oder Frauchen zuhause den letzten Nerv geraubt hat, konnte durch die Hundeschule und z.B. sportliche Aktivitäten wie Agility oder Ähnliches entsprechend ausgelastet werden.

Sollten spezielle Probleme mit dem Hund auftreten, wie z.B. aggressives Verhalten oder auch Angst, ist es immer ratsam, sich in die Hände eines guten Hundetrainers oder einer Hundetrainerin zu begeben. Auch bei der Anschaffung eines Welpen sollte man den Besuch einer Hundeschule in Betracht ziehen. Hierbei ist auch der Sozialkontakt in den sogenannten Welpengruppen nicht zu unterschätzen - neben den vielen wertvollen Tipps, die sicherlich auch hundeerfahrenen Leuten nicht schaden können.

Eine gute Hundeschule bzw. ein(e) gute(r) Hundetrainer(in) zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass er/sie in der Lage ist, sowohl auf die individuellen Bedürfnisse der Hunde als auch auf deren Halter einzugehen und die jeweilige Situation zu berücksichtigen. Fragen sollten geduldig und natürlich mit entsprechenden Fachkenntnissen beantwortet werden können.
Die Trainingsmethoden sollten vor allem mit positiver Verstärkung arbeiten – dabei geht es nicht nur um die Belohnung mit Leckerchen, sondern auch um den belohnenden Einsatz von Spiel.
Selbstredend ist eine Hundeschule bzw. ein Hundetrainer, der mit Schlägen, Geschrei und anderen unwürdigen Strafmaßnahmen arbeitet, indiskutabel.

Die Berufsbezeichnung des Hundetrainers/ Verhaltensberaters ist gesetzlich nicht geschützt, es liegen keine einheitlichen und verbindlichen Ausbildungsrichtlinien vor. Dies führt oft dazu, dass Hundehalter auf der Suche nach einer guten Hundeschule schlechte Erfahrungen machen. Tipps zur Suche nach einer geeigneten Hundeschule finden Sie auf folgenden Homepages:

An dieser Stelle noch ein Hinweis auf eine tatsächlich weit verbreitete – jedoch völlig antiquierte – Methode der Hunde-Erziehung:

Klicken zum VergrößernDer "Alphawurf"
Der „Alphawurf“ basiert auf der Annahme, dass ein Leitwolf (das „Alpha-Tier“) in seinem Rudel die rangniedrigeren Wölfe diszipliniert, indem er sie grob auf den Rücken wirft und dort festhält und evtl. noch in die Augen starrt und knurrt. Dieses Verhalten soll imitiert und auf die Hund-Mensch-Beziehung übertragen werden – mit dem Ziel, dem Hund Respekt und Unterwerfung förmlich einzutrichtern.
Leider wird dabei völlig außer Acht gelassen, dass

a) Hunde keine Wölfe sind. Die Unterwerfung unter Hunden ist ein aktiver Prozess – das heißt, im Laufe einer Rauferei oder eines Spieles dreht sich der sich unterwerfende Hund selbst auf den Rücken. Allerhöchstens Welpen werden in Erziehungssituationen aktiv umgeworfen. Jedoch kann hier keineswegs von einer ganz normalen gängigen Methode die Rede sein – weder in Hunde- noch in Wolfsrudeln!

b) Hunde sehr genau wissen, dass wir keine Hunde sind.
Die Begrüßung ist z.B. ein deutliches Zeichen dafür, dass hier ein klarer Unterschied gemacht wird. Das Verhalten von Hunden untereinander ist sehr komplex und gezielt und wird vom Ablauf vieler kleiner, körperlicher Signale bestimmt, die die meisten Menschen gar nicht wahrnehmen oder denen sie so schnell nicht folgen können.

Wenn nun der Mensch versucht, den Unterwerfungsprozess bei Hunden zu imitieren, so kann dies letztendlich nur scheitern. Im besten Fall denkt der Hund über seinen Halter, dass dieser „sie nicht mehr alle hat“ – im schlechtesten Fall bekommt der Hund massive Panik oder wird gar aggressiv, weil er sich angegriffen und/oder gedemütigt fühlt.

In jedem Fall ist diese Methode einer gesunden Hund-Mensch-Beziehung nicht zuträglich. Wir sollten als vertrauenswürdige, zuverlässige (dazu zählt auch und vor allem Konsequenz – ein Hund kennt kein „Ausnahmsweise“) Person auftreten, an der der Hund sich orientieren und so auch den nötigen Respekt entwickeln kann.

Eine weitere verbreitete Unart ist das Packen bzw. das Schütteln - vor allem von Welpen - im Nacken. Der gezielte Griff in den Nacken gilt für den Hund als „Morddrohung“, was wiederum Panik oder Aggression hervorruft und ganz sicher zu einem Vertrauensbruch führt.

Generell  sollte man immer bedenken, dass jegliche Erziehungsmethoden, die auf dem Einsatz von Schmerzen und körperlicher Gewalt basieren, höchstwahrscheinlich entweder Panik oder Aggression oder beides hervorrufen!

Autor: Martina Rudolph

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